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BWG Dossiers > Energiewirtschaft > Das Energiekonzept von Vattenfall

„Energieversorgung in Berlin – Das Energiekonzept von Vattenfall“

2009_04_23_Energiebild

Nach heiß umkämpften Diskussionen und Protesten, ändert Vattenfall sein Energiekonzept und nimmt Abstand von dem geplanten Bau eines Kohlekraftwerkes. Politische Akteure, Umweltverbände und Anwohner zeigen sich zufrieden. Dennoch sehen Vertreter der Grünen und der Umweltgruppen Bedarf für weitere öffentliche Diskussionen. Um die öffentliche Diskussion anzuregen und zu pointieren, luden die Berliner Wirtschaftsgespräche und die DKB am 23. April 2009 in das Atrium der DKB in die Taubenstraße ein.

Dr. Werner Süss (Vorsitzender der Geschäftsführung Vattenfall Europe Sales GmbH) akzentuierte in einem kurzen Impulsvortrag das Energiekonzept von Vattenfall, um dies dann gemeinsam mit dem Podium zu erörtern. Perspektiven, Chancen und Möglichkeiten der Energieversorgung für Berlin/Brandenburg sollten dabei gemeinsam mit Franziska Eichstädt-Bohlig (Fraktionsvorsitzende Fraktion Bündnis 90/Die Grünen), Prof. Dr. Martin Jänicke (Leiter der Forschungsstelle für Umweltpolitik der Freien Universität Berlin), Andreas Jarfe (Landesgeschäftsführer Bund für Umwelt und Naturschutz Berlin (BUND) und Almuth Nehring-VenusStaatssekretärin für Wirtschaft, Technologie und Frauen, Berlin) zur Sprache kommen.

Akzente des Energiekonzepts

Dr. Süss akzentuierte das Energiekonzept von Vattenfall durch zentrale Punkte:

Klimaschutz ist wichtig: Deshalb will das Unternehmen seine CO2-Emissonen bis 2030 halbieren!

Neue Zukunftsfelder der Energiewirtschaft sollen besetzt werden, d.h. dezentrale Erzeugung, Energieeffizienz, Smart Metering (intelligente Stromzähler), e-mobility und regenerative Energien!

  • Vattenfall steht für und stellt sich dem Wettbewerb!
  • Energiepartner für Berlin: Das Unternehmen übernimmt seine Verantwortung zur Erreichung der ambitionierten Klimaschutzziele des Landes Berlin.
  • Vattenfall fördert den Ausbau der umweltfreundlichen Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und eines Biomasse-Kraftwerke in Berlin!

 Lob und Kritik des Energiekonzepts

Im Prinzip teilten alle Gäste die Einschätzung der positiven Wende, die Vattenfall mit dem neuen Energiekonzept einleitet. Unter umweltpolitischen Gesichtspunkten, so Professor Jänicke, bliebe jedoch die Emissionsproduktion eher kritisch zu sehen. Darüber hinaus stellte er die Frage, warum das Unternehmen nicht noch weiter gehe und die Veränderungen im Bezug auf den Klimaschutz noch weiter vorantreibe. Als Beispiel nannte Jänicke dafür das Ziel, bis zum Jahr 2020 eine CO2-Neutralität für Berlin anzustreben. Auch die Staatssekretärin Frau Nehring-Venus lobte den Schritt Vattenfalls als Grundlage, nun mit dem Senat in Verhandlungen zu treten. Einig war man sich darüber, dass dies nur ein erster Schritt sein kann und Dr. Süss selbst stellte heraus, dass sich Vattenfall erst am Beginn einer Reihe innovativer Ideen befände, die dem Klimaschutz deutlich Rechnung tragen.

Neben der positiven Resonanz auf die Eckpunkte des Unternehmens gab es aber auch Kritik an diesem Abend. So wurde von Andreas Jarfe und Franziska Eichstädt-Bohlig die Frage aufgeworfen, wie denn das Biomassekraftwerk konkreter gestaltet wäre. Insbesondere die Sorge um die Abholzung und einseitige Flächennutzung der brandenburgischen Regionen wurde hier deutlich hörbar. Jarfe forderte dementsprechend, das Kraftwerk mit Restabfallstoffen (z.B. Zellulose) anstelle von Holz zu befeuern. Jarfe und Eichstädt-Bohlig machten deutlich, dass in Bezug auf die Frage um die Biomasse noch eine sorgfältige Diskussion von Nöten sei.

Auch das Problem der Netzöffnung wurde an diesem Abend diskutiert. Die Stimmen konzentrierten sich dabei auf die Aufhebung der Monopolstellungen und die Öffnung für andere Anbieter, damit beispielsweise Dienstleister im Bereich der Energieeffizienz stärker werden. Hier wurde direkt an den Aspekt des Wettbewerbs angeknüpft, dem sich Vattenfall ohne Zweifel in seinem Energiekonzept und in seiner Neuausrichtung stellen will.

Für das Ende des Jahres 2009 kündigte Staatssekretärin Nehring-Venus ein konkretes Klimakonzept des Senats an, das neben der Positionierung auch konkrete Zahlen und Fakten enthält. Darin wird deutlich, wohin Berlin in den kommenden Jahren klimapolitisch steuert und wen es dabei an seiner Seite hat und konkret einbezieht. Auf der Basis seines neuen Energiekonzepts wird Vattenfall mit Sicherheit zu den Verhandlungspartnern des Senats gehören.

Wir dürfen auf weitere interessante Veranstaltungen gespannt sein!

 

Text: Madeleine Sanchiño Martínez (Berliner Wirtschaftsgespräche e.V)

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2009_04_23_Andreas_Jarfe

Andreas Jarfe

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Dr. Werner Süss

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Franziska Eichstädt-Bohlig

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Prof. Dr. Martin Jänicke

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Almuth Nehring-Venus

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