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Ordnungspolitische Rahmenbedingungen der Finanzmärkte

Dr. Sarrazin schloss mit Ausführungen zu bisherigen Geschäftsmodellen an und stellte heraus, dass durch billiges Geld riskante Finanzgeschäfte attraktiv wurden, was für einzelne rentabel gewesen wäre. Er würde einen notwendigen Paradigmenwechsel in einer stärkeren Regulierung der Finanzmärkte sehen. Sie müsse möglichst einfach sein, „weil man der am wenigsten entgehen kann“.
Ein notwendiges Regelwerk müsse auf
nationaler Ebene entwickelt werden, weil eine Bankenaufsicht eine
„Eingriffsverwaltung“ sei und Eingriffsrechte, die etwa zur Schließung
einer Bank führen können, eben auf nationaler Ebene lägen.
Herr Dr. Schackmann-Fallis hingegen
sprach sich nicht für eine mächtigere Bankenaufsicht als „schnelle
Einsatztruppe“ aus, sondern verwies zum einen auf die Hintergründe des
schnellen Geldes (Stichwort faule Kredite in den USA), welche so in Deutschland
und Europa nicht möglich wären. Diese Betrachtungen seien relevant für eine
Regelwerk der Regulierung. Zum anderen führte er die veränderte Rolle von
Banken an, die sich von ihrer ursprünglichen
intermedialen Funktion entfernt und sich vielmehr dem Spiel auf
den Finanzmärkten verstärkt zugewandt hätten. Er plädierte im Wege einer
Selbstbesinnung auf die „dienende“ Funktion und sprach sich somit für eine
Selbstverpflichtung der Banken aus. Hinsichtlich der alten Funktion von Banken
wurde seine Argumentation von Dr. Sarrazin unterstützt, der vor einer internen
Gefährdung der Volkswirtschaft warnte. Auf die Frage, ob dann eine Trennung von
Geschäftsfeldern notwendig sei, betonte Herr Eckes noch einmal den Gedanken
einer stärkeren Regulierung durch die Bankenaufsicht. Er sieht eine generelle
Trennung von Geschäftsfeldern für unproblematisch an, vielmehr hänge deren
Ausrichtung von den Kompetenzen der einzelnen Banken ab. Er warf die Frage nach
einer internationalen Betrachtung auf und führte das Beispiel Spanien an, das
im Finanzsektor weniger Probleme habe
als andere Länder. Dies führt Herr Eckes auf stärkere Eingriffsrechte
der Bankenaufsicht zurück und fordert mehr und bessere Kommunikation zwischen
den Institutionen. Ob der IWF eine solche moderierende Rolle und damit auch
eine Aufsicht übernehmen könnte, sieht Herr Professor Franke nur zum Teil
gegeben. Es reiche nicht aus, nur die Gesundheit von Banken zu prüfen. Vielmehr
ginge es um eine Früherkennung von systemischen Risiken. Hier setzt er auf
einen bottom-up-Ansatz, um bankinterne Frühwarnsysteme zu installieren. Die
Banken würden sich gegen ein Eingreifen der Bankenaufsicht wehren, daher gehe
es verstärkt darum, das Eigeninteresse von Banken durch wirksames
Krisenmamagement zu stärken. Auch Herr Dr. Schackmann-Fallis sieht nicht den
IWF in dieser Rolle. Er sprach sich dafür aus, unterschiedliche Szenarien zu
entwickeln und einen Prozess der systemischen Warnungen zu installieren. Sein
Vorschlag wäre ein top-down-Ansatz, um
kritische Fragen zu institutionalisieren, wie es ein „Europäischen Rat
für Systemrisiken" (ESRB) als Teil der europäischen Finanzaufsicht
ermöglichen kann. Dr. Sarrazin stärkte diesen Aspekt mit dem Verweis, dass für
Banken klar definiert werden muss, was ein systemisches Risiko sei.
Text & Kopfbild: Katharina Höhne (Berliner Wirtschaftsgespräche)
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