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BWG Dossier > Stadtentwicklung > Umfeldentwicklung BBI –
neue Investoren landen
in Schönefeld
Am 30. Juni luden die Berliner Wirtschaftsgespräche in das Hotel Holiday Inn am Flughafen Berlin-Schönefeld, um das Thema „Umfeldentwicklung BBI- neue Investoren landen in Schönefeld“ mit Frau Senatorin Ingeborg Junge-Reyer, Herrn Dr. Rainer Schwarz von der Flughafengesellschaft und Christian Döhring von der Segro - Slough Commercial Properties GmbH Deutschland zu diskutieren.

Frau Senatorin Ingeborg Junge-Reyer betonte, dass grundsätzlich planerische Aktivitäten die Voraussetzung für wirtschaftliche Entwicklungen sind, welche sich am Standort Berlin-Schönefeld auf zwei Bundesländer beziehen. Aus diesem Grund arbeiten Berlin und Brandenburg schon relativ lange zusammen und haben ein gemeinsames Strukturkonzept für diesen Raum entwickelt, wobei Brandenburg die koordinierende Funktion übernimmt.
Die Konsequenzen der Entwicklung des Flughafenumfeldes gehen weit über das Flughafenareal hinaus, denn die geplanten und bereits begonnenen Bauprojekte an der Spree und die damit zusammenhängende Konflikte sind eine solche Nachwirkung. Zusätzlich entsteht in Berlin derzeit eine Achse entlang der Spree in Richtung Adlershof, da dieser Standort für neue Technologien nahe am Flughafen gelegen ist und sich somit als eine Art Airport-Korridor anbietet. Um in diesem Zusammenhang eine gezielte und konzentrierte Flughafenumfeldentwicklung zu schaffen, wurde im Rahmen des Strukturkonzeptes der Masterplan Gateway BBI gemeinsam mit dem Land Berlin, dem Bezirk Treptow-Köpenick, der Gemeinde Schönefeld und der Flughafengesellschaft entwickelt. Auf diese Weise soll eine gezielte und strukturierte städtebauliche und landschaftsplanerische Bebauung und Nutzung der Flächen um den Flughafen gewährleistet werden.
Die Planungen für die verbesserte Schienenanbindung (Dresdner Bahn als Flughafen-Shuttle) an den Flughafen ist noch nicht vollständig abgeschlossen. So muss weiterhin noch geklärt werden, ob es in Lichtenrade einen separaten Tunnel gibt oder der Verkehr auf andere Weise optimiert werden kann. Ein Planfeststellungverfahren steht weiterhin aus.
Die
Länder Berlin und Brandenburg sind sich der Bedeutung des ursprünglich als
Baufeld Ost bezeichneten Areals bewusst, weshalb eine Vermarktung aus einer
Hand, also durch die
Flughafengesellschaft, als sinnvoll und zudem als ein positives Zeichen betrachtet
wird. Die Expo Real kann die zusätzliche Chance bieten, das Flughafengebiet
auch international bekannter zu machen. Gleichzeitig können auf diese Weise
international die vielen positiven Entwicklungen dargestellt werden und die
Anziehungskraft des Standortes für potentielle Investoren verdeutlicht werden.
Wirtschaftsmotor Flughafen
Dr. Rainer Schwarz bezog sich zu Beginn seines Vortrages auf den Titel
der Veranstaltung und betonte, dass diverse Airlines schon relativ lange in
Schönefeld landen. In den vergangenen 5 Jahren gab es eine für deutsche
Verhältnisse sehr ungewöhnliche Entwicklung, denn es gab einen massiven Zuwachs
an Fluggästen, denn 2002 lag das Verkehrsaufkommen bei 12 Millionen Fluggästen
und 2007 wurde bereits die Grenze von 20 Millionen Fluggästen überschritten.
Dieses überproportionale Wachstum verdeutlicht zwei Dinge: Es zeigt zum einen
den historischen Nachholbedarf der Region, da früher ausschließlich über alliierte
Korridore geflogen werden durfte und die Infrastruktur entsprechend
nachträglich ausgebaut werden muss. Zum anderen zeigt es, dass sich die
Airlines bereits sehr stark an den weiteren Planungen für den BBI orientieren
und entsprechend ihre Möglichkeiten ausschöpfen.
Es kann damit gerechnet werden, dass durch die Inbetriebnahme des BBI
weitere 40.000 Arbeitsplätze entstehen werden und davon werden ca. 12.000
direkt im Zusammenhang mit dem Flughafenbetrieb stehen und alle anderen aus
Gewerbeansiedlungen zu erwarten sind. Herr Dr. Schwarz hob hervor, dass
Schönefeld nach derzeitigem Stand die einzige Brandenburger Gemeinde ist, die
schuldenfrei ist, was mitunter mit dem steigenden Gewerbesteueraufkommen
begründbar ist.
Die Airport City und der Businesspark Berlin (ehem. Baufeld Ost) werden
von der Flughafengesellschaft selbst betrieben und vermarktet und haben ein
sehr unterschiedliches Profil. Mögliche Irritationen bezüglich des Umstands,
dass die Flughafengesellschaft sich selbst um die Vermarktung der eigenen
Gewerbeflächen kümmert, beseitigte Dr. Schwarz mit dem Hinweis, dass es
sich hierbei um eine ganz bewusste strategische Orientierung und
Weiterentwicklung der Gesellschaft handelt. Das so genannte
non-aviation-Geschäft, wozu das Immobiliengeschäft zählt, ist zunehmend auch
international ein üblicher Geschäftsbereich der Flughäfen.
Dr. Schwarz vertiefte anhand einer Präsentation die vorgesehen Entwicklungsplanungen
für das Areal Airport City und den Businesspark Berlin (ehem. Baufeld Ost).
Demnach ist der Bauabschnitt „Airport City“ 16 ha groß und wird in vier bis
zwölf Baufeldern mit unterschiedlicher Größe geplant. In der bisherigen Planung ist eine Hotelanlage
mit Kongresszentrum, Büroflächen, Gastronomie, Einzelhandel sowie Freizeit- und
Dienstleistungsflächen geplant.
Der Bauabschnitt „Businesspark Berlin“ ist ca. 109 ha groß und soll
ebenfalls für Büro- und Hotelgebäude,
Gastronomie, Handel, serviceorientierte Dienstleistungen, Handwerk, Gewerbe
sowie Industrie- und Logistikunternehmen genutzt werden. Christian Döhring stellte kurz die international tätige Firma SEGRO vor, die bereits
Flächen im Businesspark erworben hat und dort Projektentwicklung betreiben
wird.SEGRO hat
bereits erste erfolgreiche Projekte in der Berliner Industriestraße umgesetzt
und plant derartige Erfolge nun auch in Schönefeld. Der BBI ist für SEGRO schon
allein aufgrund der guten Verkehrsanbindung sehr interessant, da potentielle
Nutzer sowohl über die Autobahn (A113), den Schienenverkehr oder auch per
Flugzeug einen guten Zugang zu diesem Gewerbegebiet haben.
Verantwortlichkeit und Dialog
Im
zweiten Teil der Veranstaltung kam die Frage auf, wie eine Zusammenarbeit
zwischen den unterschiedlichen Behörden funktionieren kann. Abstimmung und die Gestaltung der Abstimmung haben nach Ansicht der Senatorin Junge-Reyer von Anfang an
eine wesentliche Rolle gespielt. Der Senat stand zu Beginn vor der Entscheidung,
die Planungsumsetzungen selbst vorzunehmen oder den Bezirken einen Handlungsspielraum für die Umsetzung zu
lassen. Die Senatorin setzt weiterhin vorrangig auf die Kooperationsstrukturen,
die sich in der Vergangenheit entwickelt haben und nach aktuellem Stand
funktioniert die Umsetzung durch die Institutionen vor Ort sehr gut.
Übergeordnete Planungen werden auch
künftig von den Ländern Berlin und Brandenburg übernommen. Wichtig sind jedoch die so genannten Dialogforen
wie die beispielsweise die etablierten Foren für ein Verkehrskonzept und eines
für Landschaftsplanung, bei denen die jeweiligen Interessen der Länder und
Kommunen mit eingebracht werden können. Inzwischen wurde auch eine
Arbeitsgemeinschaft gegründet, die sich mit weiteren Abstimmungen zwischen
Ländern, Gemeinden und der Flughafengesellschaft beschäftigt.
Dr. Schwarz ergänzte, dass die Länder Berlin und Brandenburg zu
gleichen Teilen an der Flughafengesellschaft beteiligt sind, so dass der größte
Teil der gemeinsamen Abstimmung bereits in derartigen Gremien vorgenommen wird.
Bezüglich der Vermarktung war er der Ansicht, dass die Länder zwar gemeinsam
Rahmenbedingungen schaffen können, aber die Vermarktung der unterschiedlichen
Gewerbeflächen geschieht in Konkurrenz, da hier jeder eigene Interessen
vertritt.
SEGRO wird höchstwahrscheinlich
2010 die ersten Gebäude auf dem Areal des Businesspark errichtet haben, die
hauptsächliche Umsetzung wird dann mit Eröffnung des Flughafens stattfinden, da
erst zu diesem Zeitpunkt der effektive Ansturm auf die Gewerbeflächen zu
erwarten ist.
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![]() Direkt am Terminal des zukünftigen Hauptstadt-Airport BBI wird die BBI Aiport City entstehen. (Foto/Grafik: Zeidler Partnership Architekten) |
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