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Berliner Kompetenz Pharmaforschung im Cluster-Wettbewerb
Zu Gast bei der Bayer Schering Pharma AG

Podiumsdiskussion im Auditorium von Bayer Schering Pharma

Berlin bietet gutes Umfeld für Pharmaforschung

Es gibt wohl keinen Ort in der Hauptstadt, der besser geeignet ist, die Zukunft der Pharmaindustrie in Berlin zu diskutieren als die Unternehmenszentrale von Bayer Schering Pharma. Knapp hundert interessierte Gäste hatten sich im Auditorium versammelt, und sie konnten – nach der Begrüßung durch Dr. Rudolf Steinke, Geschäftsführender Vorstand der Berliner Wirtschaftsgespräche e. V. – zunächst einen Eindruck davon bekommen, wie das wichtigste Pharmaunternehmen in der Hauptstadt die Weichen in Richtung Zukunft gestellt hat.

Andreas Busch erläuterte den Besuchern die neue Ausrichtung von Bayer Schering Pharma und – damit verbunden – auch die Schwerpunkte der Forschungsstrategie. BSP konzentriere sich bei der Suche nach innovativen Therapien und Verfahren auf die Bereiche Onkologie, Kardiologie, Frauengesundheit sowie auf Diagnostische Bildgebung. Die Forschung selbst finde weltweit an drei Standorten statt: Berlin, Wuppertal und Berkeley (Kalifornien). Busch betonte, wie wichtig Forschung für die Zukunft des Unternehmens sei: „Wir verwenden Jahr für Jahr zwischen 15 und 17 Prozent unseres Gesamtumsatzes für Forschung und Entwicklung.“

Anschließend stellte Busch den Gästen zwei wesentliche Bausteine des künftigen BSP-Portfolios vor. Ein Krebsmedikament, das ursprünglich zur Behandlung von Nierenzellkrebs entwickelt worden war, habe jetzt in Europa auch die Zulassung für den Einsatz im Kampf gegen Leberkarzinome erhalten, weitere Indikationen seien in der klinischen Prüfung. Busch: „Es hat das Potenzial, der neue Behandlungsstandard bei Patienten mit inoperablem Leberkrebs zu werden.“ Als zweites Highlight bezeichnete er einen Wirkstoff, der „die erste Innovation im Bereich der Thrombosebehandlung seit Jahrzehnten“ sei.

In der Diskussion unterstrich Busch, wie wichtig angesichts der Komplexität der heutigen Pharmaforschung die Zusammenarbeit mit externen Partnern für sein Unternehmen sei. Busch: „Wir sind auf Kooperationen mit Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen angewiesen.“ Mit Busch diskutierten Dr. Kai-Uwe Bindseil (BioTOP Berlin-Brandenburg), Dr. Hans-Gerhard Husung (Berliner Staatssekretär für Wissenschaft) und Prof. Walter Rosenthal (Institutsdirektor des Forschungsinstituts für Molekulare Pharmakologie). Moderator der Veranstaltung war Prof. Thomas Unger, Direktor des Instituts für Pharmakologie der Charité/ Universitätsmedizin Berlin.

Bindseil berichtete von den Erfolgen der BioTOP-Initiative, die gegründet worden sei, um die Entwicklung in den Lebenswissenschaften für die Region zu nutzen. „Es geht um die Chance, eine zweite Generation der Pharmaindustrie aufzubauen.“ In Deutschland gehöre Berlin bereits zu den drei Top-Standorten für Lebenswissenschaften. Die Perspektive der Politik brachte Hans-Gerhard Husung in die Diskussion ein. Wissensbasierte Wertschöpfung sei für Europa insgesamt von zentraler Bedeutung, so der Staatssekretär. „Die besondere Kompetenz der Region Berlin-Brandenburg ist die Aufgeschlossenheit der Wissenschaft für Kooperationen“, so Husung.

Aus wissenschaftlicher Sicht ergänzte Walter Rosenthal, dass sich der Weg zu neuen Substanzen in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert habe. Während früher Forschungsinhalte stark abgeschottet gewesen seien, so Rosenthal, seien heute Austausch und Interdisziplinarität nicht mehr wegzudenken. Als Beispiel führte er an, dass sein Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie unter Beratung von Bayer Schering Pharma eine Screening Unit aufgebaut habe, um biowirksame Moleküle zu identifizieren. Für solche Kooperationen sei in der Region noch reichlich Potenzial da, so Rosenthal, denn „die Dichte hochkarätiger Forschungseinrichtungen ist europaweit einzigartig“.
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Forschungsvorstand Prof. Andreas Busch, Bayer Schering Pharma

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