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Wirtschaft und Finanzen
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Räuber oder Retter - Die neue Rolle der Staatsfonds im Zuge der internationalen Finanzkrise Mittwoch, 15.10.2008 19:00 Haus der Wirtschaft Am Schillertheater 2 10625 Berlin |
| Teilnahmebetrag für Mitglieder: |
10,00 € |
| Teilnahmebetrag für Nichtmitglieder: |
15,00 € |
Begrüßung: |
Rudolf Steinke Geschäftsführendes Vorstandsmitglied Berliner Wirtschaftsgespräche e.V. |
Podium: |
Dr. Thilo Sarrazin Lutz Raettig Dr. Martin Reitz Prof. Dr. Henning Klodt Steffen Kern |
Moderation: |
Stefanie Burgmaier Chefredakteurin von Börse Online, München |
Bis vor wenigen Jahren agierten sie noch weitgehend abseits des öffentlichen Interesses. In der jüngeren Vergangenheit sind sie jedoch zunehmend ins Rampenlicht gerückt: Sovereign Wealth Funds (SWF), die so genannten Staatsfonds. Vor allem seit sie renommierten Banken wie der Citigroup, UBS oder Morgan Stanley mit dringend notwendigen und umfangreichen Kapitalspritzen zu Hilfe kamen, nachdem diese infolge der Finanzkrise in schwere Not geraten waren, haben sie sich als neue, unumgängliche Kraft im internationalen Finanzgefüge präsentiert. Allein in den vergangenen zwei Jahren haben Staatsfonds etwa 70 Milliarden Dollar in westliche Finanzunternehmen gepumpt.
Nicht nur ihr Betätigungsfeld hat sich dadurch stark gewandelt. Gravierend verändert haben sich vor allem die Dimensionen, in denen sie operieren. Der internationale Währungsfonds geht davon aus, dass staatlich kontrollierte Fondsgesellschaften mittlerweile insgesamt über etwa 3000 Milliarden Dollar verfügen. Sie besitzen damit nicht nur eben jene Liquidität, die der Wirtschaft nach den Fehlspekulationen am US-Immobilienmarkt fehlt. Sie bilden vielmehr eine nie da gewesene und dynamisch weiter wachsende Kapitalmacht, deren Gesamtvermögen bis zum Jahr 2012 Schätzungen zufolge auf bis zu 12 Billionen Dollar ansteigen könnte.
Dies ruft unwillkürlich Fragen nach einer stärkeren Kontrolle der Geschäftstätigkeiten von Staatsfonds auf den Plan. Schließlich weiß keiner, welche Ziele sie genau verfolgen, welche Geschäftsmethoden sie praktizieren und ob ihre Aktivitäten abgesehen von renditeorientierten Interessen noch anderweitigen Motivationen unterliegen: insbesondere politischen und strategischen. Staaten könnten sich damit Einflusssphären in der Welt sichern, welche nicht nur mit Blick auf die internationale Bankenlandschaft und die Rüstungsindustrie Besorgnis erregende Folgen nach sich ziehen könnte.
Auch in anderen Sektoren, beispielsweise im Bereich der Energie, gibt es zumindest Bedenken hinsichtlich eines zu starken finanziellen Engagements aus dem Ausland. Vielen erscheint die geballte Kapitalmacht, die sich vorwiegend in arabischer, chinesischer und russischer Staatshand befindet, denn auch als Gefahr für das Gefüge des Weltfinanzsystems und das globale Gleichgewicht. In Deutschland führte dies bereits zu einer Änderung des Außenwirtschaftsgesetzes. Die Novelle ermöglicht dem Bund, ausländische Beteiligungen zu überprüfen, wenn dies aus Gründen der öffentlichen Ordnung oder Sicherheit unerlässlich ist. Beteiligungen über 25 Prozent können gegebenenfalls untersagt werden.
Inwieweit sind diese Ängste berechtigt und ist finanzieller Protektionismus tatsächlich die richtige Antwort auf die bestehenden Risiken, die von staatlichen Fonds ausgehen? Gemeinsam mit unseren Experten und mit Ihnen möchten wir Fragen zu den Gefahren und Risiken, aber auch dem Nutzen und dem richtigen Umgang mit staatlichen Fonds nachgehen und Sie anschließend zu einem kleinen Imbiss einladen.
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