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Unsere Podiumsdiskussion „Ökonomisierung derMedizin“ am 16. November fand ein enormes Interesse: Die Veranstaltung in der apoBank war schon vier Wochen vorher ausgebucht. Zum einen liegt dies natürlich an dem hochaktuellen Thema, mit dem sich viele Akteure im Gesundheitsbereich beschäftigen und die Resonanz in den Medien entsprechend hoch ist. Zum anderen liegt es aber auch an der Einmaligkeit der vorgestellten Studie „Die Ökonomisierung patientenbezogener Entscheidungen im Krankenhaus“ und an dem Kreis der hochkarätigen Podiumsteilnehmer, die deren Ergebnisse diskutiert haben. Seit der ersten Vorstellung der Studie im Oktober 2014 und einem Expertengespräch im September 2016 griffen die Berliner Wirtschaftsgespräche e.V. das brisante Thema zum dritten Mal in Folge auf.

Nach Grußworten von Prof. Dr. Dr. Alfred Holzgreve, Berliner Wirtschaftsgespräche e.V. und Gastgeber Michael Gabler, Bereichsleiter Firmenkunden, Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG – apoBank, übernahm Dr. Andrea Grebe, Vorsitzende der Geschäftsführung, Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH, eine kurze Themeneinführung. Kurz gefasst, so Grebe, ginge es um den „Spagat zwischen Ethik und Monetik“. Sie betonte auch, wie wichtig solche Veranstaltungsformate seien.

Im Anschluss präsentierten der Ökonom Prof. Dr. Heinz Naegler, Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin, und der Arzt Prof. Dr. Dr. Karl Heinz Wehkamp, Socium Forschungszentrum für soziale Ungleichheit und Sozialpolitik, Universität Bremen, ihre Studie inklusive Methodik, Ergebnissen und daraus abgeleiteten Empfehlungen. Aus der Studie ging deutlich hervor, dass einen Trend zur Ökonomisierung gibt und dass diese tendenziell zunimmt. Entscheidungen der Ärzte werden nicht selten nicht nur durch das

Bedürfnis der Patienten nach Heilung und Linderung ihrer Leiden beeinflusst, sondern auch unter anderem dadurch, dass Krankenhäuser Gewinne erwirtschaften müssen, um ihre Investitionen, die eigentlich die Bundesländer vollständig finanzieren müssten, selbst finanzieren zu können. Die Konsequenz: Patienten werden ohne medizinische Notwendigkeit in die stationäre Behandlung aufgenommen und behandelt. Die vorgestellten Empfehlungen – unter anderem die Entwicklung eines Kodexes, der Ärzten eine Orientierung für ihr Handeln gibt – haben das übergeordnete Ziel, dem Wohl des Patienten wieder mehr Bedeutung zu verleihen. Aus Sicht von Prof. Wehkamp ist die Zuverlässigkeit der Medizin aktuell das wichtigste Thema in diesem Bereich und nicht etwa die vieldiskutierte Digitalisierung der Medizin.

Prof. Dr. Karl Max Einhäupl, Vorstandsvorsitzender der Charité – Universitätsmedizin Berlin, gelang es als Moderator der nachfolgenden Diskussionsrunde durch gezielte Fragen, den Podiumsteilnehmern aus Gesundheitswesen, Wirtschaft und Politik Antworten zu entlocken, die nicht immer öffentlich gesagt werden. Entsprechend angeregt ging die Diskussion weiter, nachdem sie für alle Teilnehmer geöffnet wurde. Deshalb überrascht es auch nicht, dass die sonst bei Veranstaltungen der Berliner Wirtschaftsgespräche e.V. übliche Diskussionszeit überschritten wurde, ehe sich die Teilnehmer erst nach etwa zweieinhalb Stunden bei Büfett und Wein stärken und in Einzelgesprächen Themenaspekte vertiefen konnten.

Kooperationspartner der Veranstaltung waren:  
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Die Präsentation der Studienergebnisse ist auf Anfrage möglich. Wenden Sie sich hierzu bitte an die Geschäftsstelle der berliner wirtschaftsgespräche e.V. (030.39909580 / info@bwg-ev.net)

a-gebhard_150-2Die Veranstaltung wurde organisiert von Almut Gebhard, Projektleiterin Gesundheitswirtschaft, Berliner Wirtschaftsgespräche e.V. Die Diplombiologin arbeitet seit 25 Jahren in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Gesundheits- und Life Science Bereich. Nach mehrjährigen Positionen in der Pharmaindustrie ist sie seit 2002 als selbstständige PR-Beraterin in diesem Umfeld tätig.
Kontakt: ag

[at]almutgebhard.de