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Berufliche Bildung in Berlin: vom Risikofaktor zum Entwicklungsmotor der Stadt

Berliner Agenda Berufliche Bildung 2026

Das System der beruflichen Bildung steht unter hohem Veränderungsdruck – deutschlandweit, aber in Berlin in besonderem Maße. Fachkräftemangel, beschleunigter Strukturwandel und soziale Un­gleichheit stellen zunehmende Anforderungen an berufliche Bildung, während gleichzeitig die duale Berufsausbildung – traditioneller Kern beruflicher Bildung – an erheblichen Problemen leidet: an der Konkurrenz von Hochschulstudiengängen, an einer großen Zahl von Jugendlichen in Warteschleifen zu einer Ausbildung, an fehlender Passung von Ausbildungsangebot und -nachfrage und an einem (durch die Coronapandemie verschärften) Attraktivitätsmangel.

Wie kann die Arbeitsteilung zwischen dualer Ausbildung und Hochschulen verbessert werden? Wie kann mehr Qualität und Quantität in der dualen Berufsausbildung gelingen? Wie können Warteschleifen anstelle einer Berufsausbildung vermieden werden? Wie sollte und könnte zukunftsfähige berufliche Bildung in Berlin im Jahr 2026 – am Ende der nächsten Legislaturperiode – aussehen? Antworten gibt eine Gruppe unab­hängiger Praktiker*innen und Wissenschaftler*innen, die unter dem Dach der berliner wirtschaftsgespräche e.v.  eine „Berliner Agenda Berufliche Bildung 2026“ verfasst hat. Sie stellt ihre Thesen und Vorschläge zur Diskussion.

 

Berliner Agenda Berufliche Bildung 2026

Der Autor*innengruppe gehören an:

Dr. Gisela Dybowski
Dr. Gisela Dybowski

Gisela Dybowski, Dr. rer. pol.,  war Leiterin der Abteilung „Internationale Berufsbildung“ im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn und zuvor Mitarbeiterin der IG-Metall-Vorstandsverwaltung, zuständig für berufliche Aus- und Weiterbildung. Seit 2010 ist sie als Senior Consultant/Expert in Projekten zur Reform der beruflichen Bildung international tätig.

 Dietrich Kruse
Dietrich Kruse

Dietrich Kruse war Schulleiter der Georg-Schlesinger-Schule (Oberstufenzentrum Maschinen- und Fertigungstechnik) sowie der Staatlichen Ballett- und Artistikschule Berlin.

Petra Madyda
Petra Madyda

Petra Madyda ist seit 2009 Direktorin der Stiftung Lette-Verein. Zuvor war sie Schulrätin und Oberschulrätin für berufliche Schulen. Nach ihrem Studium an der Humboldt-Universität Berlin war sie als Lehrerin für die Fächer Mathematik und Physik tätig. Später studierte sie noch das Unterrichtsfach Religion an der Katholischen Akademie in Berlinig.

Prof. Dr. Bernd Reissert
Prof. Dr. Bernd Reissert

Bernd Reissert, Dr. rer. pol., war bis 2016 Präsident der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) Berlin und zuvor Rektor der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit. Nach dem Studium der Politik- und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Konstanz war er als Arbeitsmarktforscher am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und später als Professor für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin tätig.

Uwe Schulz-Hofen
Uwe Schulz-Hofen

Uwe Schulz-Hofen war bis 2016 Abteilungsleiter „Arbeit und Berufliche Bildung“ in der zuständigen Berliner Senatsverwaltung. Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre und der Bildungsökonomie an der TU Berlin – in den bildungspolitisch bewegten 1970er Jahren – startete er in der Senatsverwaltung für Arbeit und Soziales und engagierte sich in langjähriger Tätigkeit als Referatsleiter in verschiedenen Senatsverwaltungen für die Berufliche Bildung in Berlin.

Siegfried Vogelsang
Siegfried Vogelsang

Siegfried Vogelsang ist Präsident der GFBM Akademie gGmbH. Nach der Ausbildung zum Fernmeldehandwerker und dem Studium der Elektrotechnik, Berufspädagogik und Soziologie an der TU Berlin und Beratertätigkeiten für verschiedene internationale Consulting-Unternehmen gründete und leitete er verschiedene gemeinnützige Unternehmen im Bereich der Aus- und Weiterbildung sowie der Beschäftigungsförderung, zuletzt die GFBM Akademie gGmbH als Spin-Off der GFBM Akademie. Mit dem Unternehmen ist er vorwiegend tätig in der Beratung, Projektentwicklung und Fortbildung. Schwerpunkte sind Curriculumentwicklung und Ausbildung für technische Berufe durch Adaption von Dualer Berufsausbildung und Dualem Studium. Schwerpunktland ist China.

Prof. Dr. Andrä Wolter
Prof. Dr. Andrä Wolter

Andrä Wolter, Dr. phil., ist Professor (i.R.) für Hochschulforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin. 2004-2018 war er Mitglied der Autorengruppe des Nationalen Bildungsberichts. Er ist außerdem Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften.

Gerd Woweries
Gerd Woweries

Gerd Woweries ist Geschäftsführer des ABB-Ausbildungszentrums Berlin gGmbH. Nach dem Jurastudium und einer Station als Leiter der Rechtsabteilung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt (Oder) war er langjährig in leitender Funktion an der IHK Berlin tätig – zunächst als Justitiar und dann als Bereichsleiter für die Ausbildung der gewerblich-technischen und der kaufmännischen Berufe.