Veranstaltung in Kooperation mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung

Ist Deutschland so ungleich wie vor 100 Jahren?
Soziale Ungleichheit in historischer Perspektive


mit
Dr. Charlotte Bartels (DIW Berlin),
Prof. Dr. Jan Delhey (Otto-von-Guericke Universität Magdeburg),
Prof. Dr. Hartmut Kaelble (Humboldt-Universität zu Berlin),
Prof. Dr. Alexander Nützenadel (Humboldt-Universität zu Berlin),
Prof. Dr. Nikolaus Wolf (Humboldt-Universität zu Berlin) und
einer Begrüßung durch Prof. Marcel Fratzscher, PhD (DIW Berlin)


Ist Deutschland heute so ungleich wie vor hundert Jahren? Dieses Ergebnis von Ökonomin Charlotte Bartels zur langfristigen Entwicklung der Einkommensungleichheit in Deutschland wurde in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. Ihre Studie ist Teil des groß angelegten internationalen Forschungsprojekts der World Inequality Database, die von einem Forscherteam um Anthony Atkinson, Thomas Piketty und Emmanuel Saez initiiert wurde und bisher vor allem auf die Ungleichheit der Markteinkommen abzielt. Aber ist der Einkommensanteil bestimmter Bevölkerungsgruppen am Volkseinkommen das richtige Maß für Ungleichheit? Wie beurteilen Historiker und Soziologen die Entwicklung der Ungleichheit in Deutschland? Wirtschaftshistoriker Nikolaus Wolf dokumentiert die ungleiche Entwicklung von Regionen über das 20. Jahrhundert. Sozialhistoriker Hartmut Kaelble betont, dass auch andere Dimensionen wie Wohnen oder Bildung zu berücksichtigen sind. Dann ist der Trend steigender Ungleichheit weniger eindeutig. Auch bei der Gleichstellung von Frauen und Männern und der Verteilung von politischen Ämtern, sieht Soziologe Jan Delhey keinen Anstieg der Ungleichheit. Zudem spielt Ungleichheit im Alltag heute eine geringere Rolle als früher. Die Zugehörigkeit zur Elite wird heute weniger durch Statussymbole und Konsum demonstriert. Der historische Vergleich ermöglicht, die langfristigen Entwicklungen der Ungleichheit abzuwägen und die Gegenwart besser zu verstehen. Ist die Ungleichheit in Deutschland also heute besorgniserregend? Und was kann uns die deutsche Geschichte über Ursachen wachsender Ungleichheit lehren? Welche politischen Möglichkeiten gibt es, Ungleichheiten abzubauen?

Es diskutieren:
Charlotte Bartels
ist Postdoktorandin am DIW Berlin. In ihrer Forschung im Bereich empirischer Finanzwissenschaft beschäftigt sie sich insbesondere mit der langfristigen Verteilung von Einkommen und Vermögen.
Jan Delhey
ist Professor für Soziologie an der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg. Zuletzt hat er sich intensiv mit Statusängsten auseinandergesetzt und der Frage, welche gesellschaftlichen Bedingungen diese verursachen.
Hartmut Kaelble
ist emeritierter Professor für Sozialgeschichte an der Humboldt Universität Berlin. Sein jüngstes Buch trägt den Titel “Mehr Reichtum, mehr Armut” (campus 2017). Er veröffentlichte zahlreiche Bücher und Aufsätze zu Ungleichheit, sozialer Mobilität und vergleichender europäischer Geschichte.
Alexander Nützenadel
ist Professor für Sozial-und Wirtschaftsgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er forscht zurzeit zur Banken- und Finanzgeschichte des 20. Jahrhunderts.
Nikolaus Wolf
ist Professor für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftsgeschichte, an der Humboldt-Universität zu Berlin. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Wirtschaftsgeschichte Europas seit 1800, insbesondere wirtschaftlicher Integration, regionaler Differenzierung und Stadtentwicklung.

Die Veranstaltung findet im Elinor Ostrom-Saal (Raum 1.2.019) des DIW Berlin in der Mohrenstraße 58, 10117 Berlin statt.

 


in Zusammenarbeit mit:


Datum/Zeit

Date(s) - 06.02.2019
18:15 - 19:45

Veranstaltungsort

DIW Berlin

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Von |2019-02-06T10:10:17+02:006. Februar 2019|Kommentare deaktiviert für Veranstaltung in Kooperation mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung